Einen Brettchen-Webrahmen selbst herstellen

Löcher für die Holme bohren

Nachdem der Rahmen fertig verleimt war, habe ich die Löcher für die Holme in den Rahmen gebohrt und mit einem Kegelsenker so angesenkt, dass die Schraubenköpfe vollständig im Holz verschwinden.

Werkzeuge für das Ansenken von Schrauben
Werkzeuge für das Ansenken von Schrauben: Holzbohrer (mit Tiefenstopper) und Kegelsenker passend zur Schraube

Wichtig ist an dieser Stelle, sich im Klaren zu sein, ob der Webrahmen für einen Rechtshänder oder für einen Linkshänder gedacht ist. Denn Rechtshänder bevorzugen es, wenn der Rahmen links steht und die Holme nach rechts frei herausragen. So hat die rechte Hand die meiste Freiheit, an den Fäden zu arbeiten. Dieser Webrahmen wird einer Rechtshänderin geschenkt, also müssen alle Bohrungen an der linken Seite angesenkt werden.

Kanten rund fräsen

Danach habe ich die Kanten mit einem Kantenfräser auf beiden Seiten des Rahmens abgerundet. Der Kantenfräser macht alle inneren Ecken zwischen den beiden Stegen wunderbar mit, also keine Sorge. Nur an der Unterseite habe ich etwas getrickst und die späteren Positionen der Standfüße angezeichnet. Mit dem Kantenfräser bin ich nach Augenmaß bis ungefähr zur Markierung gegangen – was ganz gut hinkommt. Bei dem zweiten Rahmen habe ich mir mit Leimzwingen und kleinen Brettern den Bereich abgesperrt, so dass ich die Kantenfräse jeweils bis zum Anschlag gefahren habe. Das braucht es aber nur, wenn der Ehemann der Empfängerin Schreiner ist. 0:-)

Der Brettchenwebrahmen ist fertig geleimt, gefräst und gebohrt
Der Brettchenwebrahmen ist fertig geleimt, gefräst und gebohrt

Wer keinen Kantenfräser hat, kann die Kanten natürlich auch rund schleifen. Mit einem Abrundfräser wird das Ergebnis jedoch deutlich besser und sieht wirklich professionell aus.

Die Standfüße für den Webrahmen verleimen

Die Kanten an den Webrahmen-Füßen wurden beim Fräsen ausgespart, damit der Rahmen stabiler steht
Die Kanten an den Webrahmen-Füßen wurden beim Fräsen ausgespart, damit der Rahmen stabiler steht

Nach dem Abrunden der Kanten habe ich die Füße angeleimt. Auch hierfür habe ich wieder 8mm Holzdübel gesetzt. Die Füße sind damit sehr stabil. Beim zweiten Webrahmen habe ich den Rahmen mit Einschraubmuttern versehen und die Füße somit Abschraubbar gemacht. Damit lässt sich der Rahmen sehr platzsparend verstauen, da er komplett zerlegt nur 2cm flach ist.

Holme herstellen

Für den Webrahmen braucht man viele Holme. Diese habe ich aus Buchenrundhölzern mit 22mm bzw. 26mm Durchmesser auf 14 cm Länge gesägt. Die 14 cm sind kein Zufall, denn man bekommt so 7 Holme aus einem Rundholz von 1m Länge. Ausgehend davon, dass ein ein paar Holme falsch bohrt oder beim Gewinde einschrauben zerstört, sollte man hinterher mindestens zehn der vierzehn Holme möglichen verwenden können – was locker ausreicht.

Wichtig bei der Herstellung der Holme ist, dass man sie möglichst senkrecht und stufenfrei sägt. Das geht am besten mit einer Kappsäge und entsprechend feinem Sägeblatt.

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